Arbeit mit inneren Bildern bei Mukoviszidose

Die heilende Kraft der inneren Bilder ist seit Jahrtausenden in vielen Kulturen bekannt. Heute hat sich die Arbeit mit inneren Bildern vor allem in der Psychoonkologie und der Psychotherapie etabliert. Auch bei Mukoviszidose kann dieses kraftvolle und heilsame Therapieverfahren sehr wertvoll sein.

Die moderne Hirnforschung bestätigt längst, dass die Vorstellung von Bildern nicht nur unsere Psyche, sondern auch körperliche Prozesse positiv beeinflussen kann.

In der Arbeit mit inneren Bildern werden im Entspannungszustand die gewünschten Schritte in Richtung Therapieziel auf eine Weise bildlich so vorgestellt, wie sie für den jeweiligen Menschen passen und ihn auch emotional berühren. Die lebhafte Vorstellung von Bildern oder Gedanken löst Gefühle aus, die Botenstoffe aktivieren, welche über Neurotransmitter andere Botenstoffe und Hormone Informationen in die Körperzellen leiten. In ihrem Zusammenwirken beeinflussen sie das Immunsystem, das Schmerzempfinden wie auch das psychische Empfinden.

Aus der Psychoonkologie weiß man heute, dass durch die aktive Vorstellung von Bildern Therapien besser anschlagen, Nebenwirkungen gemindert werden und Patienten leichter in ihr körperliches, geistiges und emotionales Gleichgewicht finden.

Bei CF bietet ja gerade das Inhalieren eine schöne Möglichkeit täglich Visualisierungen in den Therapiealltag einzubauen.

Es erfordert keinen zusätzlichen Zeitaufwand, vertieft ausserdem die Atemtherapie und bietet einen spielerischen und zugleich heilsamen Umgang mit der täglichen Inhalation. Dazu braucht es weder einen Therapeuten noch eine Ausbildung. Patienten und auch Eltern können spielerisch und mit viel Phantasie Reisen ins Körperinnere gestalten. Unten folgt ein Beispiel, wie so eine Reise ins Körperinnere aussehen kann. Ob dazu anatomisch korrekte oder erfundene Bilder gefunden werden macht keinen Unterschied. Ausschlaggebend ist, dass der Patient die Bilder als wohltuend und entspannend empfindet.

 

Kleine Kinder mögen auch gerne mit Zwergen oder anderen Phantasiewesen in die Lunge gehen, um dort aufzuräumen und sich vielleicht mithilfe von Werkzeug auf den Weg machen: Bürste, Pinsel, heilsamer Zauberfarbe oder Zauberstab, Schaufel oder Besen, einem Schubkarren oder einen Rucksack, mit dem dann der Unrat entfernt wird.

Wichtig ist, den großen und kleinen Patienten zwar Anregungen zu geben „Hindernisse“ zu überwinden, aber sie dazu ihre eigenen heilsamen, angenehmen Bilder entstehen zu lassen.

Der Vorgang kann auch durch die prozessorientierte Bildersprache weiter unterstützt werden. Eine Möglichkeit ist gemeinsam mit dem Kind Bilderfolgen zu gestalten: z.B. 1. Lunge vor dem Inhalieren, 2. während und 3. nach dem Inhalieren. Das hilft Kindern einen „begreifbaren“ Sinn in den sonst eher abstrakten therapeutischen Maßnahmen zu finden.

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Durch Bildtafeln können Kindern auch die Einnahme von Medikamenten, Untersuchungen und Eingriffe verständlicher gemacht, Ängste genommen werden, was den Heilungsprozess ebenfalls fördert.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass innere Bilder nicht nur von außen nach innen kommunizieren. Manche Patienten „sehen“ mit der Zeit in ihren inneren Bildern reale, biologisch korrekte Körperzustände und können Veränderungen im Krankheitsgeschehen erkennen noch bevor Symptome entstehen. Aus ihrer Arbeit mir Krebspatienten berichten Jeanne Achterberg und Carl Simonton von Tumorpatienten, die Veränderungen wie das Wachstum oder Verkleinern ihres Tumors „sehen“ – was daraufhin durch bildgebende Untersuchungen bestätigt werden konnte.

Der Dialog mit dem eigenen Körper durch die Sprache der inneren Bilder schafft eine Möglichkeit zu lernen, dem Körper zu vertrauen und auch Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen – eine wichtige Grundlage für den eigenverantwortlichen Umgang mit der Erkrankung und der Therapie.

 

Hier noch ein Link zu einer schönen Meditation mit heilsamen Bildern und Affirmationen: https://www.youtube.com/watch?v=6ef0162WXaI

Für den, der Lust hat das Thema zu vertiefen, hier einige Literaturempfehlungen:

Wieder gesund werden. Eine Anleitung zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte für Krebspatienten und ihre Angehörigen, Carl Simonton

Die Kraft der inneren Bilder nutzen: Seelische und körperliche Gesundheit durch Imagination, Prof. Dr. Thomas Kretschmar, Martin Tzschaschel

Die Macht der inneren Bilder: Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern, Gerald Hüther

Mut zur Selbstheilung: Innere Körperreisen und Visualisierungen nach der Methode Wildwuchs, Angelika Koppe

Beispiel einer Heilreise in die Lunge

…Setzte dich aufrecht hin und mache es dir so bequem, wie möglich. Spüre den Boden unter deinen Füssen, die Unterlage, auf der du sitzt, und erlaube dir mit jedem Atemzug ein wenig mehr in dich hinein zu entspannen…Schliesse deine Augen…Ziehe deine Sinne vom Aussen ab und geh mit deinem Sehen, Hören und Spüren nach Innen.
….Atme in deinem eigenen Tempo und beobachte, wie sich dein Brustkorb hebt und wieder senkt, wie sich auch dein Bauch mit jedem Atemzug ausdehnt und wieder zurückgeht….und verfolge deinen Atem mit deiner Aufmerksamkeit.
…..Wenn du magst stell dir vor, dass die Luft, die einströmt eine Farbe hat. Welche könnte das sein? Und wenn du ruhig und langsam ausatmest, welche Farbe hat sie dann?
…Vielleicht magst du dir vorstellen, dass die Luft eine bestimmte Temperatur hat. Wie wäre diese, damit du es angenehm empfinden kannst, eher warm oder kühl?

Atme ganz in demTempo, in dem es sich für dich gut anfühlt.

Die Luft oder falls du inhalierst, das Kochsalz oder Inhalat strömen über deinen Mundraum durch die Luftröhre in die 2 großen Bronchien. Welchen Weg willst du zuerst gehen? Links oder rechts? ….Schau auf die Schleimhäute, wie sehen sie heute aus?
…Je weiter du gehst, umso enger werden die Luftwege, sind sie an manchen Stellen gerade besonders eng? Können sie sich, wenn du sie mit deinem farbigen Atem sanft und heilsam massierst ein wenig entspannen. Bleib einige Atemzüge dabei.

……Während du noch tiefer in den von dir ausgewählten Lungenflügel hinab wanderst, entdeckst du an manchen Ecken vielleicht auch Verengungen an denen sich Sekret angesammelt hat. Kannst du das Sekret sehen? Wie sieht es aus, welche Farbe und Konsistenz hat es wo sitzt es?

……Atme direkt dorthin. Und vielleicht magst du dir vorstellen, wie das Sekret flüssiger wird und sich bewegt, auflöst. Wie die Luft zwischen die Schleimschicht und die Bronchienwände strömt und das Sekret ablöst.
……Kannst du auch die Bakterien in deiner Lunge erkennen? Wie sehen sie aus, wie klitzekleine Monster, Flecken, Krümel? Welche Farbe haben sie und wo befinden sie sich? Das AB das du inhalierst vertreibt und schwächt die Bakterien.

Vielleicht vermengen sie sich mit dem Schleim und du kannst sie aushusten? …..Vielleicht ersticken die kleinen Bakterien oder lösen sich auf.

Vielleicht zerplatzen sie und lösen sich mit einem Plopp in Luft auf?
..Schau welches Bild in dir entsteht….Lass deine Phantasie spielen.
Mit jedem Ausatmen und jedem Abhusten lösen sich Schleim und Bakterien und verlassen deine Lunge. Du kannst dich so ganz in deinem Tempo Abschnitt für Abschnitt durch deine Lunge arbeiten und sie säubern.

Wenn du soweit bist gehe in den anderen Lungenflügel und reinige ihn…Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Wenn du das Gefühl hast, deine Lunge ausreichend gereinigt zu haben nimm dir noch einmal Zeit für einige bewusste Atemzüge.
….Vielleicht gefällt dir der Gedanke mit dem Einatmen heilsame Luft einzuatmen, die die Wände der Luftwege stärkt und abheilt.

Vielleicht hat die Luft eine ganz besondere Farbe oder Qualität. Vielleicht magst du dir vorstellen, wie dein Atem jetzt unbeschwert fliesst, wie sich Dein Brustkorb weit und frei bewegen kann. Mit jedem Einatmen, darf er sich ausdehnen gerade so, wie es dir gut tut.
Mit dem Ausatmen lass all das Alte und Verbrauchte hinaus und entspanne dich in dich hinein. Bleib solange bei deinem Atem, wie du magst.